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Menschen mit Demenz im Krankenhaus

Für Menschen mit Demenz bedeutet ein Krankenhausaufenthalt häufig eine große Herausforderung. Allein der Umgebungswechsel und der Verlust der gewohnten und oft Sicherheit und Stabilität vermittelnden Abläufe zu Hause können großen Stress, verstärkte Orientierungsprobleme und Identitätsverlust verursachen. Sind schwere Eingriffe notwendig oder eine Versorgung mit Geräten, Verbänden und ähnliche Maßnahmen, kann dies Ängste, Unruhe und Desorientiertheit weiter erhöhen. Die in Krankenhäusern gegebenen Strukturen und Abläufe müssen den Bedürfnissen demenzkranker Menschen gerecht werden.
Die Situation im Krankenhaus mit vielen Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Funktionen und Aufgaben der gesundheitlichen Versorgung erlaubt es gegenwärtig oft nicht, auf Patienten mit Demenz individuell einzugehen. Der hohe ökonomische Druck, hohe Arbeitsbelastung, aber auch die notwendige Spezialisierung erschweren den Kontakt zum Patienten und verhindern oft, die notwendige Zeit in der Betreuung von Menschen mit Demenz aufzubringen.
All dies kann letztlich dazu führen, dass durch einen Klinikaufenthalt weitere schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie etwa ein Delir entstehen können. Krankenhausaufenthalte sollten daher in der Regel vermieden werden, wenn andere Möglichkeiten der medizinischen Behandlung und ärztlichen Betreuung möglich und ausreichend sind.

Bei bestimmten gesundheitlichen Problemen wird ein Krankenhausaufenthalt jedoch auch für Menschen mit Demenz unumgänglich und stellt die einzige Möglichkeit dar, die Lebensqualität zu erhalten und Leiden zu lindern. In Anbetracht der Schwierigkeiten bei der Behandlung und Betreuung demenzbetroffener Menschen im Krankenhaus und der möglichen negativen Auswirkungen auf die Patienten haben sich mittlerweile bundesweit Initiativen in einzelnen Kliniken und auf übergeordneter Ebene gebildet, die nach Wegen suchen, die Situation für Demenzkranke in den Krankenhäusern zu verbessern. Nach Statistiken kann davon ausgegangen werden, dass  20-30 % der Patienten in Allgemeinkrankenhäusern an kognitiven Störungen oder Demenz leiden. 

In Stuttgart wurde im November 2011 vom Forum Gesunde Stadt in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Demenz (GAGS e.V.) und anderen Institutionen eine Fachtagung durchgeführt, die die Situation demenzkranker Menschen im Allgemeinkrankenhaus in den Blick nahm. Den Flyer der Veranstaltung sowie Vorträge finden Sie im Archiv unter "Veranstaltungen / Fachtag: Patientinnen und Patienten mit Demenz im Allgemeinkrankenhaus".

Ebenso finden Sie im Archiv unter "Materialien / Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus" Verweise auf Internetseiten, die weiteres Material zum Thema zur Verfügung stellen und Texte zum Download.

Beirat Krankenhaus und Demenz

Die Stadt Stuttgart und Geschäftsführer Stuttgarter Kliniken bzw. der Verband der Krankenhäuser in Stuttgart e.V. haben gemeinsam mit der Gerontopsychiatrischen Arbeitsgemeinschaft Stuttgart (GAGS) e.V. Anfang 2012 vereinbart, einen "Beirat Krankenhaus und Demenz" zu gründen, um gemeinsam Schritte zur Verbesserung der Situation von Patienten mit Demenz in Stuttgarter Krankenhäusern zu unternehmen. Der Beirat will sich an die Gerontopsychiatrische Arbeitsgemeinschaft Stuttgart (GAGS) e.V. angliedern, wodurch sich eine Verknüpfung mit dem Netzwerk Demenz ergibt.

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